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Lehr- und Forschungsinfrastruktur für Digitale Künste an Hochschulen (LeFo)

 

"The Living Web" an interactive VR installation connected live to the internet © 2002, Christa SOMMERER, Laurent MIGNONNEAU, Roberto LOPEZ-GULLIVER; developed in collaboration between ATR Media Information Science Research Lab Kyoto, the FhG-IMK Frauenhofer Institute for Mediacommunication Bonn and the IAMAS Institute of Advanced Media Arts and Sciences Gifu Japan. Supported by the BEC Bonner Entwicklungswerkstatt für Computermedien

Projektteam / Project Team: Christa Sommerer, Laurent Mignonneau, Tiago Martins
Art der Förderung / Funded by: Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF), Digitale und soziale Transformation in der Hochschulbildung
Projektleitung / Project Lead: Univ.-Prof. Dr. Christa Sommerer und Uni. Prof. Dr. Laurent Mignonneau
Projektlaufzeit / Period of Funding: März 2020 - Februar 2024
Institut / Department: Department of Interface Cultures, University of Art and Design Linz
ProjektpartnerInnen / Project Partners:
Univ.-Prof. Dr. habil. Oliver Grau, MAE, Department für Bildwissenschaft, Donau-Universität Krems (DUK), Krems - Gesamtprojektleitung
Univ.-Prof. Mag Ruth Schnell, Universität für Angewandte Kunst, Wien 

Das Forschungsprojekt zielt auf den Auf- und Ausbau einer innovativen Lehr-und Forschungsinfrastruktur ab, wobei der Fokus zum einen auf dem Ausbau eines Archivs sowie der Herstellung eines internationalen Netzwerks von Archiven der Medienkunst liegt, und zum anderen auf der Entwicklung von Prototypen zukunftsorientierter Dokumentationsformen der digitalen Kunst gerichtet ist. Die unterschiedlichen Skills, Kompetenzen, Erfahrungen und ein entsprechendes ExpertInnen-Know-How der beteiligten Departments der Universitäten treten in produktiven synergetischen Austausch. Zur Förderung der digitalen Transformation in der Hochschulbildung anhand der Öffnung von wissenschaftlichen Prozessen werden die Zielgruppen aktiv an ADA beteiligt.

Das Archive of Digital Art (ADA; digitalartarchive.at), das international umfassendste Archiv des Feldes, wird zu einer ko-kreativen Open Science-Dateninfrastruktur für Studierende, Lehrende und Forschende an Universitäten, Akademien und Kunsthochschulen ausgebaut, um die im digitalen Zeitalter notwendige Wissensbasis für das Studium der digitalen Kunstformen anzubieten (auch gemäß der European Charter for Access to Digital Infrastructures).

Mit einem Künstler- und WissenschaftlerInnennetzwerk aus über 600 Mitgliedern, die ein „lebendiges Archiv“ bilden und redaktionell beim qualitativen Ausbau der Datenbasis unterstützt werden, sowie über 2.000 Kunstwerkprofilen verwendet das Archive of Digital Art bereits Social Software, deren Entwicklung in einem FWF-Projekt (AT.MAR, 2013-2016) begann. Auf ADA werden KünstlerInnen-, Kunstwerk- und WissenschaftlerInnenprofile innerhalb einer vernetzten Dateninfrastruktur dokumentiert. In der relationalen Datenbank (mySQL, Typ03) werden die Profile über Daten zu Technologien, Institutionen, Kollaborationen, Literatur, Keywords und Events miteinander verbunden, um digitale Kunst in ihrer künstlerischen und institutionellen Infrastruktur darzustellen und zu verstehen. Das Archiv wird seit 1999 technologisch weiterentwickelt und besitzt Profile zu zahllosen Kunstwerken, die heute nicht mehr ausgestellt werden und oftmals online nicht mehr gefunden werden können—manchmal dient es als einzig verbleibende Quelle. Als lebendiges Archiv dokumentieren die Daten nicht nur diese Werke, sondern sollen auch ein Re-enactment durch innovative Forschungs- und Lehrmethoden ermöglichen.

Im Projekt werden im zweiten Schwerpunkt Möglichkeiten virtueller Begehbarkeit und immersiver Erfahrungsräume digitaler Archive mittels Augmented Reality, Virtual-Reality-Headsets und interaktivem 360-Grad-Fulldome-Environment entwickelt. Digitale Kunst realisiert sich in kritischer ästhetischer Auseinandersetzung mit jenen Technologien, die unsere Wahrnehmung und Wirklichkeitsverständnis prägen. Heterogene Formen von Präsenz sind den entsprechenden künstlerischen Artefakten und Prozessen wesentlich. Das Archiv wird als potenziell haptisch erfahrbarer interaktiver Raum gedacht, wobei das Projekt sowohl auf historisch gewachsene Dokumentationsformen rekurriert als auch zukünftige Szenarios mitbedenkt.

Kontaktperson / Contact Person: christa.sommerer@ufg.at